Börsenordnung

1. Für den Transport sowie die zeitweilige Unterbringung sind temperaturstabile Behältnisse zu verwenden, die ggf. mittels Wärmeakkus oder Flaschen temperiert werden müssen.

2. Nichtgewerbliche Anbieter, die aus dem Bundesland Berlin stammen und gefährliche Tiere gem. der Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender Arten vom 09.01.2007 anbieten, müssen eine Ausnahmegenehmigung gemäß § 1 Absatz 2 am Stand bereithalten und diese auf Verlangen vorzeigen.

3. Gewerbliche Anbieter müssen ihre Erlaubnis gemäß §11 Absatz 1 Nr. 3b Tierschutzgesetz vorweisen.

4. Verboten sind Gifttiere folgender Arten: Giftschlangen, Echsen, Hundertfüßer (Scolopender), Giftspinnen, Skorpione außer Pandinus und Heterometrus, bei Vogelspinnen alle Arten von Poecilotheria und Haplopelma lividum. Gifttiere dürfen nur in fest verschlossenen oder Doppelten (Box in Box) Behältnissen angeboten werden.

5. Alle mitgeführten Tiere sind bis spätestens eine Stunde vor Börsenbeginn in die Börsenräume zu verbringen. Keines der Tiere darf außerhalb der Börsenräume (z.B. im Auto) verbleiben.

6. Gekaufte Tiere müssen unverzüglich an einen geschützten Ort (Stand des Verkäufers oder IG-Infostand) verbracht werden. Sie müssen artgerecht transportiert und vor nachteiligen Beeinflussungen geschützt werden.

7. Innerhalb der Ausstellungsbereiche ist eine Sichttrennung natürlicher Feinde (Beutegreifer) und Beute (resp. Futtertiere) vorzunehmen.

8. In jedem Behälter darf grundsätzlich nur jeweils ein Tier angeboten werden. In begründeten und den artspezifischen Verhaltensweisen nicht entgegenstehenden Fällen (z.B. Landschildkröten, Wasserschildkröten, Spiderlinge und Insekten) sind Ausnahmen möglich.

9. Erkennbar trächtige, und kranke Tiere dürfen nicht angeboten werden.

10. Um den Tieren ein Minimum an Rückzugsmöglichkeit zu gewähren, muss mindestens ein Drittel der transparenten Oberfläche des Behältnisses über eine umseitig geschlossene Sichtschutzblende verfügen.

11. Größe der Verkaufs- und Transportbehältnisse: Die Seitenlängen müssen bei Echsen mindestens das 1,5-fache der Kopf-Rumpf-Länge, bei Schlangen das 0,3-fache ihrer Gesamtlänge und bei Schildkröten das 2-fache der Panzerlänge betragen. Die Höhe der Behältnisse muss eine artgemäße Körperhaltung ermöglichen.

12. Der Boden ist mit einem tierartgerechten Substrat oder einer saugfähigen Unterlage (z.B. Küchenpapier) zu bedecken. Eine der Tierart entsprechende Luftfeuchte ist zu gewährleisten (z.B. durch Besprühen des Substrats).

13. Sumpf – und Wasserschildkröten können auf einer sauberen feuchten Unterlage angeboten werden. Wenn diese Tiere im Wasser angeboten werden, ist entweder ein Landteil in allen Ecken notwendig oder das Wasser muss so seicht sein, dass die Tiere nicht permanent schwimmen müssen.

14. Bei Bedarf müssen Heizmöglichkeiten in den Terrarien vorhanden sein. Ein Thermo- / Hygrometer muss an jedem Stand vorhanden sein.

15. Zusätzliche Behältnisse müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

16. Die Behältnisse für die angebotenen Tiere sind in einer Mindesthöhe von 70 cm aufzustellen.
17. Die Tiere dürfen nur von den sachkundigen Personen des jeweiligen Standes aus ihren Behältnissen entnommen werden.

18. Geschlechtsbestimmungen mit Hilfsmitten aller Art, unter anderem das sogenannte „Poppen”, sind verboten.

19. Das beklopfen und das schütteln von Behältern ist verboten.

20. An jedem Stand ist ein gut sicht- und lesbares Schild anzubringen, auf dem Name und Kontaktdaten (E-Mail oder Telefon) des Anbieters aufgeführt sind.

21. Der Verkäufer hat sich von der Sachkunde des Erwerbers zu überzeugen (durch Fachgespräch oder Sachkundenachweis).

22. Die Abgabe gefährlicher Tiere, die in der Anlage zur Verordnung über das Halten gefährlicher Tier wildlebender Arten vom 9. Januar 2007 genannt sind, an Personen, die in Berlin wohnen, darf nur erfolgen, wenn diese im Besitz einer Ausnahmegenehmigung gemäß § 1 Abs. 2 der o.g. Verordnung sind und diese vorzeigen können.

23. Jedes Verkaufsbehältnis und Transportbehältnis ist mit einem gut lesbaren Schild zu versehen, das folgende Angaben enthält:

a. deutscher Name (falls vorhanden)

b. wissenschaftlicher Name

c. Herkunft: Wildfang/Nachzucht

d. Geschlecht (soweit bekannt)

e. Ernährung

f. erreichbare Endgröße

24. Regelungen für Transportbehältnisse:

g. Verkaufte Tiere sind einzeln in das Transportbehältnis einzusetzen. Diese müssen so bemessen sein, dass sich das Tier ohne Einschränkung in natürlicher Körperhaltung darin aufhalten kann.

h. Eine angemessene Umgebungstemperatur ist durch Wärmeisolierung oder Wärmeakkus zu gewährleisten.

i. Die Behältnisse sind generell mit Klebe- oder Klettband gegen Entweichen zu sichern und auf Verlangen vor zu zeigen

25. Regelungen für angebotene Futtertiere:

j. Das Anbieten von Jungtieren, die noch nicht selbstständig Futter und Wasser aufnehmen können ist untersagt. 7

k. Die Behältnisse dürfen nur so dicht besetzt werden, dass mindestens ein Drittel der Fläche frei bleibt.

l. Allen Tieren müssen geeignete Einstreu, Futter, Wasser sowie genügend Rückzugmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

m. Bei Wärmebedürftige Futtertieren müssen eine Wärmequelle vorhanden sein.

26. In den Verkaufsräumen besteht absolutes Rauchverbot.

27. Der Besucherverkehr in den Veranstaltungsräumen beginnt um 10.00 Uhr und endet um 15.00 Uhr.

28. Das mitführen von Hunden ist in den Veranstaltungsräumen nicht gestattet.

29. Der Verkauf und das Anbieten von Tieren außerhalb der Veranstaltungsräume ist verboten.

30. Die Börse dient ausschließlich dem Verkauf und/oder Tausch von Reptilien, Amphibien, Terrarientiere, Futtertiere, Zubehör und Literatur durch die Anbieter.

31. Der Veranstalter und dessen Aufsichtspersonal sowie Aufführung der Amts- und prakt. Tierärzte sind gegenüber Anbietern und Besuchern weisungsberechtigt. Bei Verstößen gegen diese Börsenordnung oder tierschutzrechtliche Bestimmungen können Anbieter und Besucher zeitlich begrenzt oder auf Dauer von der Teilnahme an der Veranstaltung ausgeschlossen werden.

32. Das Anbieten von Tieren, Literatur und Zubehör ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

33. Tiere, die dem Artenschutz unterliegen, müssen, soweit artenschutzrechtlich vorgeschrieben, gekennzeichnet sein. Der nach § 49 BNatSchG erforderliche Nachweis der Besitzberechtigung muss (durch entsprechende Dokumente, ggf. durch Vorlage eines Zuchtbuches, Cites oder Herkunftsnachweis) geführt werden. Laut EU-Richtlinien kann bei nachweispflichtigen Tieren neben dem Herkunftsnachweis auch die Importbescheinigung, bzw. bei Nachzuchttieren die Genehmigung der Elterntiere erforderlich sein. Diese sollten daher als Kopie mit ausgehändigt werden.

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